[tk]Der anstrengende Wahlkampf hat seine Spuren hinterlassen. Insbesondere auf den Stimmzetteln haben viele Leute deutlich gemacht, was sie eigentlich von den Piraten in Essen halten – nämlich durchaus viel ;) Immerhin haben 20.249 Wähler ihr Kreuz bei einem der Essener Direktkandidaten gemacht und 19.463 haben uns ihre Zweitstimme gegeben. Dieses positive Feedback entschädigt mich persönlich für die viele Arbeit. Es bedeutet jedoch auch, dass wir weiterhin viel zu tun haben werden. Im Hinblick auf die Kommunalwahl in zwei Jahren müssen wir uns personell und inhaltlich aufstellen, zudem will der Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr gemeistert werden.

1. Rückschlüsse aus dem Wahlkampf

Wir brauchen mehr Helfer

Das Team von aktiven Wahlkämpfer muss mindestens verdoppelt werden, allein schon um die verschiedenen Infostände und Verteilaktionen zu gewährleisten.

Wir brauchen wieder ein zentrales Lager – aber nicht unbedingt ein Büro

Vielen Dank an Ulrich für seine Garage! Ohne das Lager wäre es nicht gegangen, da die Mengen an Material zeitweise doch den einen oder anderen Keller sprengen würden.
Zum Büro: Wir hatten zwar die #g2a zu unserer Verfügung, jedoch war das für den Essener Wahlkampf nicht unbedingt erforderlich. Ich hatte dort gerade mal einen Termin, wo es um den Essener Wahlkampf ging.

Wir brauchen ein zentrales Wahlkampfmanagement

Der Schwarm hat zwar sehr gute Dienste geleistet, aber ich würde mich beim nächsten mal für einen oder mehrere Ansprechpartner aussprechen, welche im Vorfeld eine Roadmap entwerfen und die Einhaltung entsprechend koordinieren.

Wir brauchen mehr finanzielle Mittel

Es war doch alles sehr knapp bemessen. Ein zweiter Pavillion wäre gut und wir könnten zielgerichteter Flyer drucken und verteilen. Die eine oder andere Veranstaltung könnte uns auch helfen.

Wir haben kein klares Bild über unsere Wähler

Ich verstehe z.B. nicht, warum wir im Ostviertel ohne Werbung 12,3% erreicht haben und dagegen in Rüttenscheid – trotz vielen Plakaten und Infoständen – nur 7,7%. Die Analyse über die Wählerwanderung sagt aber, dass wir von allen Parteien und Nichtwählern Zugewinne erhalten haben. Also müssen wir uns weiterhin in der Breite aufstellen.

2. Strukturen vor Ort

Der Stammtisch in Unperfekthaus ist bereits in den letzten Wochen aus allen Nähten geplatzt. Das Interesse hat mich gefreut, aber man hat deutlich gemerkt, dass diese Veranstaltung nicht allen gerecht wird. Mit 10 bis 15 Leuten war es noch möglich organisatorische Dinge neben aktuellen Themen und den Fragen der Neumitglieder / Interessenten parallel zu behandeln. Mit über 40 Leuten ist das nahezu unmöglich und führt eher zur Verstimmung der Teilnehmenden als zu guten Ergebnissen.

Auf dem Stammtisch in Steele wurde bereits beim ersten Treffen eine spannende Projektidee zum Thema Demenz generiert. Das sagt mir, dass weitere kleinere Stammtische notwendig sind. Am kommenden Donnerstag wird der erste Stammtisch in Rüttenscheid (19 Uhr, Sala Dolores) stattfinden. Weitere dürfen gerne folgen und es muss nicht zentral entschieden werden, dass z.B. ein Stammtisch in Borbeck stattfinden muss. Ich vertraue hier auf das Engagement der Mitglieder.
Jedoch muss es eine Rückkopplung zwischen den einzelnen Veranstaltungen geben. Wie finden z.B. die Teilnehmer eines Stammtisches Mitarbeiter für ihr Projekt? Oder wie sieht ein Meinungsbildungsprozess für alle Essener Piraten aus, wenn eine Arbeitsgruppe ihr Thema nur mit fünf Leuten vor Ort bespricht?

Ich könnte mir das in Zukunft so vorstellen:

Der Dienstag Abend im Unperfekthaus

Für mich bietet dieser Termin die idealen Voraussetzungen um Interessenten und Neumitglieder in die Welt der Piratenpartei einzuführen. Es kostet zwar Eintritt, dafür hat man flexible Räumlichkeiten. Den Neumitgliedern sollte man bei jedem Termin den nötigen Platz einräumen, damit zumindest die grundsätzlichen Fragen geklärt werden können und erstmal das Interesse der Leute geweckt werden kann.
Den Rest des Abends kann man als “politischen Salon” weiterführen, wo adhoc Themen unterschiedlichster Art besprochen werden können.
Ich würde es zudem begrüßen, wenn sich die eine oder andere Arbeitsgruppe auch am Dienstag Abend im Unperfekthaus trifft.

Virtueller Stammtisch für Organisatorisches (und vielleicht auch mehr)

Viele organisatorische Fragen lassen sich in wenigen Minuten klären. Dafür braucht es keinen Stammtisch vor Ort. Ich würde gerne die Idee von Matthias wieder aufleben lassen und eine wöchentliche Sitzung in Mumble einführen, wo kurz wichtige organisatorische Fragen geklärt werden können.
Im Anschluss gibt es sicherlich noch Platz für eine allgemeine Diskussion, was ich mir bei einem Glas Wein z.B. am Freitag Abend sehr gut vorstellen könnte. Einen genauen Termin würde ich gerne über diese Doodle-Umfrage finden.

Die Stammtische vor Ort

Aktuell werden Stammtische in Steele und Rüttenscheid aufgebaut, wo man in kleinerer Runde eher konzentriert über einzelne Themen sprechen kann. Damit ein Stammtisch funktioniert, bedarf es einer gewissen Kontinuität, so dass wir nun nicht zwanghaft neue gründen sollten. Allerdings ist das auch nicht verboten, ein kleines Howto gibt es hier: http://wiki.piratenpartei.de/HowTo_Stammtisch
Ich würde mir wünschen, dass wir über die zusätzlichen Stammtisch mehr aktive Mitglieder binden können.

AK Kommunalpolitik

Die Idee ist Anfang des Jahres entstanden. Dieser Arbeitskreis soll uns auf die Kommunalwahl im Jahr 2014 vorbereiten. Das wird noch sehr arbeitsintensiv werden. Wir müssen uns mit der parlamentarischen Arbeit im Rat und in den Ausschüssen auseinander setzen, wir müssen uns in kommunale Themen reinarbeiten und wir müssen geeignete Kandidaten finden.

Meiner Meinung nach müssen wir zukünftig auch zu kommunalen Fragen stärker Stellung beziehen. Heute bekam ich z.B. einen Anruf, wo ich gefragt wurde, wie denn nun die Politik der Piraten in Frohnhausen und Altendorf aussieht. Aktuell haben wir darauf keine Antwort.
Das bedeutet jedoch, dass die Piraten in Essen sich ggf. auch kurzfristig inhaltlich positionieren müssen. Nicht alles kann man aus unserem Grundsatz- oder Wahlprogramm ableiten, daher sollten wir die Zeit nutzen um geeignete Meinungsbildungsprozesse zu evaluieren. Hieran schließt sich auch die Frage an, wie die spätere Zusammenarbeit zwischen Basis und einer Ratsfraktion aussehen könnte, oder wie der Bürger einbezogen werden kann.
Tools wie z.B. Liquid Feedback sollten wir in dem Zusammenhang nochmal unter die Lupe nehmen.

Aufgrund der Neuwahl ist die Arbeit im AK leider eingeschlafen und ich würde gerne in zwei Wochen am 29. Mai damit fortfahren. Als Treffpunkt würde ich weiterhin das Unperfekthaus nehmen, weil dort die notwendigen Voraussetzungen zum Arbeiten gegeben sind. Auch am Dienstag Abend würde ich gerne festhalten, allerdings erst etwas später ab 20 Uhr (damit vorher noch Platz für die Neumitglieder ist).
Meiner Vorstellung nach können auch Untergruppen entstehen, z.B. zum Thema Bildung. Diese können auch separate Treffen organisieren, sei es vor Ort oder in Mumble.

Die alte Frage: Kreisverband, ja oder nein?

Dem Wähler ist es übrigens egal, ob wir einen Kreisverband haben oder nicht. Ich bin nicht ein einziges Mal darauf angesprochen worden ;) Ein Kreisverband ist für uns mit mehr Arbeit verbunden und bisher hatte es sich im Relation zur Anzahl der aktiven Piraten einfach nicht gelohnt. Ich bin in der Frage immer noch unentschlossen, da die konkreten Vorteile im Vergleich zur jetzigen Situation eher marginal sind.
Allerdings sollten wir dieses Jahr noch eine Entscheidung dazu treffen. Wäre die Neuwahl uns nicht dazwischen gekommen, hätten wir am 25. März eine Kreismitgliederversammlung durchgeführt, wo unter anderem diese Frage behandelt worden wäre. Ich würde mich über einen oder mehrere Freiwillige freuen, die sich mit der erneuten Durchführung auseinandersetzen. Vielleicht ist nach dem Sommer ein guter Zeitpunkt.

3. Weiterführung der Öffentlichkeitsarbeit / Neumitgliederwerbung

Als Pressepirat würde ich mir gerne auch den Hut für das allgemeine “Parteimarketing” aufsetzen. Es gibt im Laufe des Jahres eine Reihe von Veranstaltungen, wo wir als Partei präsent sein können. Außerdem bietet es sich an, hin und wieder einen allgemeinen Infostand zu organisieren.
Darüberhinaus werde ich mich mit der Frage beschäftigen, wie wir in Essen an zusätzliche Neumitglieder kommen. Input hierzu ist herzlich willkommen. Essen liegt z.Zt. auf Platz 6 was die Anzahl an Mitgliedern in Städten und Kreisen angeht und wir haben gut 80 Mitglieder weniger als z.B. Dortmund. Ich würde behaupten, da geht noch was.